Über Mich

Ellen-Esser neu

 

Mein künstlerisches Anliegen ist es, die verborgenen Fäden und Netze in denen wir leben, erfahrbar zu machen. Bis heute habe ich viele unterschiedliche Möglichkeiten ausprobiert, um dieses Anliegen immer genauer zu verwirklichen.
Da es mir zunächst darum ging, mich selbst kennen zu lernen und das Theater mir vertraut war, wurde ich Schauspielerin.
Als Schauspielerin bin ich zu Peter Zadek gegangen, weil er sich mit heißem Herzen mit dem Leben, der Liebe, der Macht und der Abhängigkeit auseinander gesetzt hat.

Von ihm habe ich gelernt: „Sei so wie du bist!“, eine wesentliche Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin.
Die Aussagen der Stücke, in denen ich mitgespielt habe, waren mir allerdings fremd. Was mir gefehlt hat, konnte ich nicht benennen.
Deshalb habe ich selber Stücke geschrieben und aufgeführt und es herausgefunden. In meinen Stücken ging es um persönliche Veränderungsprozesse, Befreiung aus alten Mustern, immer aus der Sicht einer Frau.

Ich habe über einige Jahre intensiv Szenische Lesungen von Theaterstücken durchgeführt, um festzustellen, dass Theater sich eher mit Kritik an den Verhältnissen beschäftigt, mit Beschreibung von Begrenzungen und mich endlich vom Theater, als einzigem Ort an dem ich mich ausdrücken wollte, verabschiedet.
Ich habe ein Format gesucht, in dem es mehr Raum gibt, um solche Prozesse zu erzählen und bin zur Prosa gekommen.
Mein Roman „Das Zeitlabyrinth“ beschäftigt sich mit einem Familiengeheimnis, das dramatische Folgen für alle Familienmitglieder hat. Das Geheimnis wird durch die Suche der Protagonistin gelüftet und die Beziehungen der Menschen verändern sich. Hier habe ich als Autorin mein Medium gefunden.

Parallel zu dem Roman habe ich die begehbare Installation „Zeitlabyrinth“ entwickelt, in der es darum geht, dass die Besucher handelnd Stationen ihres Lebens durchlaufen und sich selbst begegnen. Das Labyrinth als spiritueller und künstlerischer Raum eröffnet die Möglichkeit einer ganzheitlichen Erfahrung, denn es spricht alle Sinne an.
Hier habe ich als Regisseurin eine Möglichkeit gefunden, mein Anliegen auszudrücken.

Am Theater ist man als Regisseurin mit der optischen Umsetzung seiner Ideen beschäftigt. Daher habe ich auch in diesem Bereich einen Weg gesucht, positive Visionen kreativ kommunizieren. Das Wagnis als Malerin in eine Welt der Formen vorzudringen, in der sich ausschließlich die Energie auf den Betrachter überträgt, ist ein spannendes und reizvolles Abenteuer, auf das ich mich mit Forscherdrang einlasse.